Die Wahl des richtigen Ruderbootes

Rudern bezeichnet die Fortbewegung eines Wasserfahrzeugs durch menschliche Kraft. Es ist heutzutage eine Wettkampfsportart, bei der eine oder mehrere Personen in langen, spitz zulaufenden Booten in möglichst kurzer Zeit eine vorgegebene Strecke zurücklegen. Sportruderboote bestehen meist aus Kohlefaser, Holz oder Verbundwerkstoffen. Der bzw. die Ruderer sitzen oberhalb des Wasserspiegels auf Rollsitzen, die auf zwei Rollbahnen befestigt sind. Sie befinden sich mit dem Rücken zur Fahrtrichtung. Zum Antrieb des Bootes werden Ruder verwendet, wobei die Anzahl der Ruder von der Rudertechnik abhängt: Beim Skullen hält der Ruderer in jeder Hand jeweils ein Skull, beim Riemenrudern hingegen bedient er mit beiden Händen nur ein einziges Ruder, den sogenannten Riemen.

Dieser Sport kann auf dem Meer, auf Flüssen und auf Seen ausgeübt werden. Er wirkt sich positiv auf nahezu alle Hauptmuskelgruppen aus und zählt zu den ungefährlichsten und gesündesten Sportarten. Je nach Bootsklasse und Wettbewerbsart kann zusätzlich zu den Ruderern auch ein Steuermann an Bord sein, der die Führung des Bootes übernimmt und taktische Kommandos gibt. In diesem Leitfaden gehen wir auf die wichtigsten Punkte ein, die bei der Auswahl eines Ruderbootes zu beachten sind.

Sportruderboote ansehen

  • Wie wählt man das richtige Ruderboot?

    Rennruderboot

    Um das passende Ruderboot auszuwählen, sind einige wichtige Kriterien zu berücksichtigen. Ihre Wahl hängt nicht nur davon ab, ob das Ruderboot für Freizeitsport oder wettkampforientierten Leistungssport (Regatten) gedacht ist, sondern auch davon, ob es auf dem offenen Meer oder eher auf ruhigen Gewässern wie Seen zum Einsatz kommen soll. Außerdem stellt sich die Frage, ob Sie allein oder mit anderen rudern möchten und ob Sie das Skullen oder das Riemenrudern bevorzugen.

    Die wichtigsten Punkte, die bei der Wahl eines Ruderbootes zu beachten sind:

    • Bootsgattung: Freizeit- oder Leistungssport?
    • Rudertechnik: Riemenrudern oder Skullen?
    • Besatzungsgröße: Einer, Zweier, Vierer, Achter oder eine andere Bootsklasse?
    • Rumpfmaterial: Verbundwerkstoffe, Holz etc.?
  • Welcher Ruderbootstyp eignet sich für welche Aktivität?

    Rennruderboot von Wintech Racing

    Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Ruderbootstypen, die auf unterschiedliche Aktivitäten ausgelegt sind. Rennruderboote bzw. Sportruderboote sind, wie der Name schon sagt, für den Rennsport konzipiert. Um möglichst hohe Geschwindigkeiten erreichen zu können, sind sie schmal und sehr leicht gebaut. Somit sind sie in erster Linie für erfahrene Ruderer geeignet und sollten aufgrund ihrer Bauweise nur in flachen, ruhigen Gewässern zum Einsatz kommen. Wanderruderboote werden zum Trainieren und Erkunden von Flussläufen, Uferlandschaften und Kanälen genutzt. Sie sind leicht, schnell und für gewöhnlich etwas breiter als wettkampforientierte Sportruderboote. Von daher können sie im Gegensatz zu diesen auch in raueren Gewässern eingesetzt werden. Gigruderboote sind relativ leicht zu rudern und eignen sich vor allem für die Ruderausbildung und das Wanderrudern. Sie sind lagestabil und sicher, allerdings büßen sie dafür an Geschwindigkeit ein.

    Sportruderboot:

    • Für den Rennsport
    • Einsatz in flachen, ruhigen Gewässern
    • Ideal für erfahrene Ruderer

    Wanderruderboot:

    • Für Training und Ausbildung
    • Kann in raueren Gewässern genutzt werden
    • Kann je nach Erfahrung der Ruderer auch auf dem Meer verwendet werden
    • Leicht, schnell und angenehm zu rudern

    Gigruderboot:

    • Leicht zu ruderndes Freizeitboot
    • Erhöhte Lagestabilität und Robustheit
    • Gut für Anfänger
  • Riemen oder Skulls: Für welche Rudertechnik sollte man sich entscheiden?

    Rennruderboot von Wintech Racing

    Ruderboote gibt es mit einem, zwei, vier oder acht Sitzen (mit oder ohne Steuermann). Sie werden nach der Anzahl der Ruderer und der zum Vortrieb des Bootes verwendeten Ruder eingeteilt. Die beiden Hauptvortriebsmittel beim Rudern sind Riemen und Skulls. Beim Skullen hält der Ruderer, auch Skuller genannt, in jeder Hand jeweils ein Skull, eines auf der Steuerbord- und eines auf der Backbordseite. Beim Riemenrudern hat ein Ruderer nur ein einziges einseitiges Ruder, den Riemen, den er mit beiden Händen hält.

    Skullboote lassen sich in drei Bootsklassen unterteilen: Einer (1x) für eine Person, Zweier (2x) für zwei Personen und Vierer (4x) für vier Personen.

    Riemenboote gibt es in Ausführungen mit und ohne  Steuermann. Dieser befindet sich entweder liegend im Bug oder aufrecht sitzend im Heck und ist die einzige Person im Boot, die nicht rudert. Vielmehr steuert er das Boot über eine Steuerleine, die mit dem Steuer am Heck verbunden ist. Abgesehen von der Führung des Bootes ist er dafür zuständig, der Besatzung Kommandos zu geben und Informationen zum Renngeschehen zu liefern. In Booten ohne Steuermann übernimmt oft einer der Ruderer das Steuern. Hierfür bedient er sich eines Fußsteuers. Riemenboote haben immer eine gerade Anzahl an Ruderern, damit deren Antriebskräfte auf Steuerbord- und Backbordseite sich so gut wie möglich gegenseitig ausgleichen und etwaige Gierbewegungen gering gehalten werden. Es gibt Zweier mit Steuermann (2+) und Zweier ohne Steuermann (2-), Vierer mit Steuermann (4+) und Vierer ohne Steuermann (4-) sowie Achter mit Steuermann (8+). Der Achter verfügt immer über einen Steuermann und ist das schnellste Boot auf dem Wasser. Ein professioneller Männerachter ist in der Lage, eine Geschwindigkeit von etwa 14 Meilen pro Stunde (26 km/h) zu erreichen.

    Skullen: Jeder Ruderer hat zwei Ruder bzw. Skulls, eines in jeder Hand (Länge = 3 m).

    Riemen: Jeder Ruderer hat ein Ruder bzw. Riemen, das er mit beiden Händen hält (Länge = 3,60 m bis 4 m).

  • Wie viele Sitzplätze sollte man wählen?

    Rennruderboot von Filippi

    Ruderboote können einen, zwei, vier oder acht Sitze haben.

    Alle Sitzplätze im Boot sind durchnummeriert. Für bestimmte Mannschaftsmitglieder mit besonderen Aufgaben gibt es im Ruderjargon spezielle Bezeichnungen. Der Ruderer im Bug sitzt auf Platz Nr. 1 und wird auch Bugmann genannt. Die Person vor dem Bugmann ist Nr. 2, dann folgt Nr. 3 und so weiter bis zu Nr. 8, die als Schlagmann bezeichnet wird. Der Schlagmann sitzt im Heck des Bootes und muss technisch versiert und kräftig sein, da er die Schlagfrequenz und damit den Rhythmus vorgibt, dem der Rest der Mannschaft folgt.

  • Aus welchem Material sollte der Rumpf bestehen?

    Rennruderboot von Row&Sail GmbH

    Zum Rudern werden möglichst leichte, schmale Boote verwendet, die bauartbedingt nicht sehr lagestabil sind. Dieses Stabilitätsproblem kann nur behoben werden, wenn alle Mannschaftsmitglieder ihre Bewegungen perfekt beherrschen. Die Leistung von Booten hängt von zwei oft widersprüchlichen Eigenschaften ab, Leichtigkeit und Rigidität, weshalb Hersteller auf Hightech-Materialien wie Kohlefaser, Kevlar und andere Verbundwerkstoffe zurückgreifen. Ruderboote werden hauptsächlich aus zwei Materialien gebaut, nämlich aus Holz und Verbundwerkstoffen.

    Holz:

    • sehr teuer
    • rigider als Kevlar

    Verbundwerkstoffe (Kohlefaser, Kevlar u. a.):

    • langlebiger und pflegeleichter
    • einfacherer Transport des Bootes
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